Lach – sexpress – yeah
Irgendwo habe ich gehört, sexsells. Mal sehen. Auf der Jagd nach Klicks bin ich natürlich um keine Billigkeit verlegen. Also, was liegt näher als ein Rezept mit irgendwas aufzuladen, um alle Klicker und Leser von sagen wir mal z.B. Spiegel-Online, Google oder Youtube (oder mit was kann man Suchmaschinen noch locken?) auf diese Seiten zu kriegen.
Alora.
Mal sehen, ob´s klappt. Kennt jemand noch Lugi Waldleitner ? Den deutschen Nachkriegsfilmfproduzenten. Also es wird kolportiert: Luggi Waldleitner antwortet auf die Frage eines Journalisten, was das Erfolgsrezept seiner Filme sei: Romy Schneider, O.W. Fischer - und denn die beeden. Also. Übersetzt auf den kleinen Küchenblogg heest det?
Richtig. Lachs, Mangold und denn die beeden.
Vorab ein kleines Porträt des eigentlichen Geheimnisträgers dieses Rezeptes (die Blogg-Groupies hören jetzt „Bullitt, Guitar Solo 1:46 Lalo Schifrin Bullitt (Soundtrack from the Motion Picture) und sagen yeah´´ ) ———- prezzemono, pardon stereo. Und
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Also die rezeppe. Manni neme. Laxeh. Manodoro (Mangold). Prezzemolo (tu erssemalesuseiten – nicht immer gleich damit werfern, mann). Blätterteig mal blindbacken. In der Zwischenzeit: Schalömchen vorglühen, den Strauß Manogoldo schwitzen lassen. S+P. Und etwas moscato per favore. Eigentlich ist das alles gar nicht italienisch. Aber was soll´s.
Weiter. 3 Eier. 4 Esslöffel (je nach trainingsstand hinein damit) Crème fraiche. NOCHEESEPlEASEEEEEEEE). Vielleicht noch ein wenig das Lachsfilet in kleine Würfel schnippeln und mit P+S sowie Zitrone marinieren. Den vorgebackenen Boden mit Senf, dünn wie Blattgold, einreiben. Darauf den Mangold, die angedünsteten Champignos, die zuvor in der noch warmen Mangoldandünstpfanne angedünstet wurden, darüber, dann ein Bund prezzemolo, den Lachs und zu guter Letzde die 3 Eier, verrührt mit crème fraiche.

Die ganze Chose gelingt nur mit Gemütlichkeit, da alles sehr nass ist. Also, das Etikett des vino langsam lesen, dazu vielleicht: La Dolce Vita 4:21 Nino Rota Nino Rota: Greatest Hits, Vol. 1 (Filmmusik). Man kann die ganze Tarte auch wie eine Torte betrachten und da fällt mir spontan ein, Meerrettich unter die aufgeschlagene Sahne zu heben.
Et voilá! (Zur Verdauung empfiehlt der Tarttartor übrigens: Where I Belong 5:02 Sex Museum Fly By Night Rock) Autsch.
Oliver
Was vom Abend übrig blieb
Dieses Bild illustriert gut den mittleren Aggregatzustand des Essens einer Kleinfamilie (3), der es geschmeckt hat, die aber nicht genug Hunger entwickeln konnte, um alles in sich hineinzubefördern koste es was es wolle. Naja. Und für den mittleren Aggregatzustand eines Essen gibt es wiederum nur zwei Orte: Den Magen oder die Kühlung.
Kurzum. Eigentlich gibt es die Lasagne nur aus einem Grund als ersten Gerichtsartikel. Richtig. Es hat was mit prezzemmolo zu tun. Denn ansonsten hatte ich eigentlich vor, dir - meinem (bisher einzigen und) treuesten Leser, Höheres zu kredenzen. Vor allem selber hier rumzuformulieren, wo doch in den andern blogs so viele gute Rezepte aufs Nachkochen warten, das ist hart. Um nicht das Gefühl zu haben, zu früh angefangen zu haben, erzähle ich dir also, was heute v-o-r dem Kühler geschah.

Nachdem der Nudelteig am Wochenende wegen spontaner Speiseplanumstellung noch schnell in Lasagneplatten verwandelt wurde, statt ihn wie geplant mit das-findet-sich zu Agnolotti zu verarbeiten, mußte auch die Bolognese von unlängst spätestens heute raus aus dem ewigen Eis rein in die Gluthitze des Ofens fürs schnelle Wochentagsdinner; allerdings für den Übergang mollig eingepackt in Thermo-Zudecken von Parmesan und Sauce Béchamel. Letztere war schnell angerührt aus 2 Esslöffeln Butter, welche heiss gemacht auf 2 Esslöffel Mehl warten, die vereint und n´bischen verrührt nach und nach mit Milch (ca. 1/2 Liter) abgelöscht werden, bis eine Flüssigkeit mit guter Bindung entsteht. Je nach geplantem Einstazgebiet mehr oder weniger stark anbräunen. Salz, Pfeffer und Muskat dazu und zehn Minuten leise köcheln. Attenzione! Immer mal kräftig umrührn, sonst setzt sich die Sache fest. Wer mag, kann hier mit Zitrone (obacht) oder Sahne oder einem Schuß z.B. Sherry verfeinern.
Die Sauce ist pretaporter, wenn sie nicht mehr nach Mehl schmeckt. Falls doch, nochmals köcheln lassen. Wer keine Bolognesereste hat, der macht sich welche, denn reichlich angesetzt schmeckt sie doch am besten, die Grundgute. Also: Olio, Rinderhack, Zwiebeln, Knoblauch, Speck , Möhre, Sellerie in Würfelchen – wer mag, Tomatenmark, Zucker vor dem Ablöschen kurz rösten bzw. karamellisieren; mit Rotem und guter Brühe oder Fond ablöschen. Lobeerblatt, Nelke, Wacholderbeere, Rosmarin, Thymian, Salbei später dazu, Aceto, und zum Schluß einen gehäuften Esslöffel mit Klitzeklein von der Geflügelleber. Dann lange, lange leise köcheln oder gleich bei ca. 160° in den Ofen, wenn man den sugo z.B. gleich im Bräter angesetzt hat.
Und das war auch lecker mit der Bolognese. Dann kam der Tiefkühler und der Rombesuch mit heiligem Erweckungserlebnis da le fratte di trastevere. Also, in den aufgetauten und köchelnden sugo – richtig- einen halben Bund prezzemolo, hinein damit, und vorsichhinblubbernlassenbiszurAnrichtung. Meine Testesser meinten, man könne auch noch den einen oder anderen Pilz in de sugo fallen lassen. Stimmt. Aber im Frühling?
Dann hinein damit in eine Reine oder einen Bräter, der groß genug ist, damit die Lasagne atmen kann und nicht zum Schichtkäse mutiert. Den gibts in der Kantine. Also das meint, die Platten locker verteilen, dann einen Klacks hiervon und einen Klacks davon. Die Form vorher mit Knoblauch ausreiben, Einbuttern und die erste Lage Nudelplatten, dann sugo, darüber die Sauce Béchamel, dann großzüzig Parmesan reiben. Das ganze ist zu wiederholen, bis einem der Blick in die Töpfe sagt, bald geht nur noch eine Lage. Die besteht dann aus sugo, Sauce Béchamel, Parmensan und ein paar Butterflöcken. Dann in den auf 200° vorgeheizten Ofen nach weiter unten für ca. 40 Minuten. In der Zwischenzeit, falls noch nicht geschehen, vom aperetivo auf den Roten umschwenken und einen geeigneten Salat samt Dressing anfertigen. Z.B. ein Schalöttchen klitzeklein gehackt mit Balsamico übergossen und ein wenig Salz und Pfeffer alleingelassen für zehn Minuten, danach mit Schneebesen und gutem bis sehr gutem olio in dreifacher Menge bis zur Dickflüssigkeit verrührt und mit einer Prise Zucker abgeschmeckt.
Also – warum bleibt dann bitte was übrig? Weil heute Donnerstag ist. Leider habe ich heute mittag die Kamera nicht dabei gehabt. Schade, schade. Aber das Bild vom Mittagessen kommt noch. Versprochen. Spätestens nächsten Donnerstag.
Oliver
Willkommen im prezzemoloclub
Hallo, willkommen im prezzemoloclub.
Prezzemolo ist das italienische Wort für Petersilie. Bei unserem letzten Rom-Aufenthalt fiel mir mit einem Mal auf, was ich immer schon gegessen und unbewußt immer mitgeschmeckt hatte, aber niemals so bewußt: Petersilie. Um genau zu sein, Blattpetersilie.
Plötzlich begriff ich die Bedeutung dieses wunderbaren Krauts und seine hintergründig-abrundenden Vervollkommnungseigenschaften. In Kombination mit einem guten Öl, Pfeffer, Salz und ein paar frischen Tomaten braucht man noch nicht mal Knoblauch, um z.B. eine Nudel mit ein paar Muscheln zu einem wunderbar abgerundeten Essen werden zu lassen. Abgesehen von den kulinarischen Eigenschaften, hat sich inzwischen herumgesprochen, dass man den Knoblauchgeruch am nächsten Tag mit dem gleichzeitigen Einsatz von Petersilie entscheidend eindämmt.
Petersilie gibt dem Einfachen den genialen touch, der den Eindruck eines vollkommenen Essens geben kann. Es braucht einfach nicht mehr. Fisch grillen, salzen, Petersilie drüber streuen und fertig – gut Wein macht die Sache dann richtig rund. Die vielen neu entdeckten Möglichkeiten, die sich aus der Vorstellung ergaben, wieviele bisher ohne Petersilie gekochte Rezepte hierdurch in neue Dimensionen zu erheben wären, plötzlich aufblitzen zu sehen – das kam schon einem kleinen kulinarischen Erweckungserlebnis gleich; was liegt also näher, als den Blog danach zu nennen.
Wenn man ein bischen recherchiert, findet man neben der Geschichte auch einige Kuriositäten über das Gewächs und seine Anwendungen. Die reicht zurück bis in die Antike, bei der die Petersilie bei Umzügen genossen der Trunkenheit vorbeugen sollte. Hierzu gibt es allerdings viele Seiten im Netz.
Die Streifzüge durch die diversen foodblogs machten mir schon seit geraumer Zeit mehr Appetit, nicht nur als Inspiration für die eigene Küche, sondern auch darauf, selbst einen in die Welt zu setzen. So werde ich ab heute von Zeit zu Zeit alles was im weitesten Sinn mit Essen und Trinken – und nicht allein mit Petersilie – zu tun hat hier bloggen.
Bis dahin
prezzemolo
